Pneumokokken-Impfung (Beitrag Dr. Abou Lebdi)

aus HerzKinderWiki, den Hilfeseiten für Kinder mit angeborenem Herzfehler und ihren Eltern

Dr. K. J. Abou Lebdi
Kinderkardiologe in Heinsberg
www.kinderarzt-heinsberg.de

Es gibt seit vielen Jahren einen Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff (z.B. PneumoVax 23), der für alle Kinder mit fehlender Milz (Asplenie) , aber auch für andere chronisch kranke Kinder empfohlen wurde und wird. Die Sicherheit der Impfung ist sehr gut, die Wirkung allerdings nicht sonderlich überzeugend. Zur breiten Anwendung hat sich dieser Impfstoff nicht durchsetzen können.

Seit ein paar Jahren gibt es einen neuen Pneukokken-Impfstoff, einen sogenannten Konjugat-Impfstoff (Prevenar, Fa. Wyeth). Dieser ist in seiner Anwendung ebenfalls sicher, die immunogene Wirkung ist als sehr gut einzuschätzen. Grundsätzlich würden die Kinderärzte alle Kinder damit impfen (Vorbeugung gegen alle schweren Pneumokokkenerkrankungen, insbesondere die gefürchtete Pneumokokken-Hirnhautentzündung).

Leider haben die gesetzlichen Krankenkassen einen Riegel vorgeschoben. Eine Kostenübernahme gibt es für gesetzlich Versicherte nur bei einer Reihe von Indikationen u.a. chronische Herz-Kreislaufkrankheiten (wie eben angeborene Herzfehler). Diese Impfung ist 3-malig im ersten Lebensjahr und einmalig im 2. Lebesjahr durchzuführen, womit die Grundimmunisierung abgeschlossen ist. Ich impfe damit alle chronisch kranken Säuglinge und alle Kinder deren Eltern die Impfung wünschen, wobei die gesetzlich Versicherten mit gesunden Kindern den Impfstoff leider selbst zahlen müssen. Andere Nebenwirkungen als die "üblichen" (ggf. Fieber, Trinkunlust, grippale Symptomatik, Rötung und Schwellung der Einstichstelle) sind nicht bekannt bzw. belegt. Ich persönlich habe damit bisher sehr gute Erfahrungen gemacht und empfehle die Impfung jedem, der mich danach fragt. Die "Herzchen" in meiner Praxis sind alle damit geimpft.

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